Stärke durch Vielfalt und Community
Studien zeigen: der traditionelle Arbeitsmarkt ist nicht der sicherste Ort für queere Personen [3]. Daher ist es umso wichtiger, dass Selbstständigkeit eine sichere Alternative bietet. Die Gemeinschaft bietet Rückhalt für dich als queere Gründende: In Deutschland sind Schätzungen zufolge 15 Prozent der Gründenden queer [1]. Und es gibt immer mehr Angebote aus der Community für die Community, z.B. Identity [4], ein Wagniskapitalgeber, der nur queer-geführte Unternehmen finanziert.
So stärkst du dich gegen strukturelle Hürden
Queere Gründende erleben manchmal leider auch Diskriminierung in Finanzierung oder Netzwerken – etwa bei Förderanträgen, in Beratungsstrukturen oder beim Zugang zu Kundschaft. [5] Dabei sind Unternehmen, die Diversität in ihrer DNA tragen – einschließlich LGBTQIA+ Gründende – im Durchschnitt innovativer und resilienter. Diese Stärke liegt in einer inklusiven Unternehmenskultur, die Kreativität, Authentizität und Vielfalt fördert. [2] [6] Eine wichtige Antwort: Empowerment durch queer-sensible Beratung und Communities, die Raum und Sicherheit bieten.
Community und queere Solidarität ist ein Vorteil
Eine starke Community kann dir Möglichkeiten eröffnen:
"Mein Netzwerk ist auch deswegen so stark, weil ich schwul bin" sagt Marc Funk (Gründer von Frontnow). Er sieht seine Queerness als entscheidenden Vorteil: Sie erlaubt ihm, ohne Berührungsängste Menschen kennenzulernen, die sonst nie mit ihm reden würden. Sie öffnet Türen und schafft Kontakte. Ecomio-Gründerin Katharina Riederer stimmt zu: „Ich habe durch mein Outing bisher nichts verloren, sondern eher gewonnen" Riederer hofft, dass sich mehr bekannte Gründende öffentlich als queer bekennen, auch für die Vorbildfunktion. [1]
Größere Netzwerke (z.B CSD Deutschland e.V. [7]) und lokale Vereinsarbeit sowie regionale Angebote aus der Community (z. B. queere Stammtische, Meet-ups Transident e.V. [8]) können dein Netzwerk stärken und Solidarität fördern. Das funktioniert auch branchenübergreifend! Anbei findest du Anlaufstellen für Gründende und Nicht-Gründende.
Nutze gezielte Unterstützungsangebote
Bei folgenden Angeboten findest du wichtige Unterstützung:
- PrOut@Work-FoundationEngagiert sich für Chancengleichheit, publiziert Ratgeber und fördert queere Netzwerke in Unternehmen – wichtig gerade für Business-Kontexte. [9]
- QueerbeetDer VGSD bietet Vernetzung mit queeren und unterstützenden Selbstständigen, die dich persönlich wie beruflich stärken soll. [10]
- LSVD+ – Verband Queere Vielfalt e. V.Größte Organisation der queeren Community in Deutschland mit bundesweit aktiven Landesverbänden – bietet Netzwerk, Beratung und politische Lobbyarbeit. [11]
- Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (HMS)Fördert gemeinnützige queere Projekte (z. B. Innovation und Beratung) mit Zuschüssen zwischen 500 € und 5.000 €, u. a. auch über den Waltraud-Schiffels-Fonds für trans Personen. [12]
- Interventionen für geschlechtliche & sexuelle Vielfalt (Dissens e. V.)Bietet eine umfassende Übersicht zu thematisch breit aufgestellten Anlaufstellen – besonders in Berlin – darunter ABqueer e. V., Queere JugendHilfe, TransInterQueer (TrIQ) u. v. m. [13]
Anlaufstellen im Überblick
| Organisation / Initiative | Angebot / Nutzen |
|---|---|
| LSVD+ – Verband Queere Vielfalt | Beratung, Lobbyarbeit, Netzwerk unter den größten queeren NGOs Deutschlands LSVD+ [11] |
| PrOut@Work-Foundation | Publikationen, Ratgeber, Förderung queerer Netzwerke in der Arbeitswelt PrOut@Work [9] |
| Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (HMS) | Zuschüsse für queere gemeinnützige Initiativen, auch trans-Projekte HMS [12] |
| Queerbeet | Vernetzung mit queeren und unterstützenden Selbstständigen Queerbeet [10] |
| Queerberaten | Excel-Verzeichnis mit Anlaufstellen zu Antidiskriminierungsarbeit queerberaten.de [14] |
| Dissens e. V. / Interventionen | Übersicht regionaler Queer-Anlaufstellen (z. B. Berlin), Workshops, Bildung interventionen.dissens.de [13] |
So kann es für dich weitergehen
| Schritt | Was du jetzt angehst |
|---|---|
| 1. Community & Perspektive | Netzwerken, Mentoring, Awareness über queere Herausforderungen beim Gründen |
| 2. Förderoptionen ermitteln | Stiftungen (BMH, HMS), lokale Fonds, Impact-Investoren, Crowdfunding, Identity vc |
| 3. Plan & Konzept ausarbeiten | Businessplan, Finanzbedarf, passende Förderwege identifizieren |
| 4. Sichtbar werden | Events, Marketing, queere Plattformen nutzen |
1. Perspektive schaffen & in Community verankern
- Tritt queeren Netzwerken bei, z. B. Queer@YPOG, ALICE, VGSD Queer-Beirat – so bekommst du Zugang zu Mentoring, Austausch und Expertise [5].
- Mach dir bewusst: Queere Gründende sind oft Innovationsmotoren (ca. 18 % Anteil), aber auf Finanzierung und Beratung stoßen sie häufiger auf Barrieren [5].
- Nutze Angebote wie die PrOut@Work-Foundation für Vernetzung, Workshops und Sichtbarkeit in Arbeitswelten PrOut@Work [9]
2. Fördermittel & Finanzierung nutzen
- Recherchiere gezielt nach queeren Förderprogrammen und Stiftungen:
- Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) fördert queere Projekte mit teils bis zu mehreren hunderttausend Euro BMH [15]
- Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (HMS) vergibt gemeinnützigkeitsorientierte Zuschüsse (ca. 500–5.000 €), etwa für trans Initiativen über den Waltraud-Schiffels-Fonds HMS [16]
- In Berlin gibt's den LSBTI-Inklusionsfonds über die Senatsverwaltung, für Projekte zur Sichtbarkeit, Inklusion und Empowerment [17].
- In Niedersachsen kann dein queeres Projekt über das Queere Netzwerk Niedersachsen (QNN) bis zu 5.000 € für Öffentlichkeitsarbeit, Workshops, Beratung, Medienarbeit erhalten [18].
- Zusätzlich: Suche Impact-Investoren oder Diversity-orientierte VCs wie encourageventures, Impact Factory, Identity VC oder Chasing Rainbows VC [5].
- Crowdfunding (z. B. Betterplace, Kickstarter) kann eine kreative Finanzierungsquelle sein, besonders für communitybasierte Ideen [5].
3. Business- und Förderplanung konkretisieren
- Arbeite in deinem Businessplan oder Projektkonzept deine Werte ein:
- Mission & evtl. Mehrwert für queere Community
- Wähle passende Bewerbungsformate aus:
- Bist du in Berlin? Denk an LSBTI-Fonds oder lokale Stiftungen (z. B. Münchner Regenbogen-Stiftung) [19].
- Für wissenschaftsnahe Gründungen lohnt sich ein Blick auf EXIST-Stipendium inklusive Kinderzuschlag (wenn zutreffend) [20].
4. Sichtbarkeit & Netzwerken
- Nutze Plattformen & Events – z. B. ToGathering oder Deep Dive von PrOut@Work – für Austausch mit queeren Fachleuten und Unternehmen PrOut@Work [21]
- Präsentiere dein Projekt lokal – etwa auf Queer-Kiez-Events, CSD oder in queeren Kulturformaten.
- Baue dein Marketing auf Authentizität und Communitybindung auf – z. B. in Social Media, Blogs oder via Community-Content.
- Bleibe im Austausch mit der Community – Feedback, Kooperationen und Sichtbarkeit fördern Nachhaltigkeit.
Quellen
- [1]Wirtschaftswoche – Queere Gründende
- [2]McKinsey – Diversity Matters
- [3]Verband Queere Vielfalt – Arbeitsplatz Offenheit Und Diskriminierung
- [4]Identity – Website
- [5]VGSD – Queere Selbststaendige Und Gruender
- [6]PwC – Neue Studie Zu Diversity
- [7]CSD Deutschland e.V. – Der Verein
- [8]Transident e.V. – Website
- [9]PrOut@Work – Website
- [10]Queerbeet – Website
- [11]LSVD+ – Website
- [12]HMS – Website
- [13]Interventionen.dissens.de – Organisationen Anlaufstellen
- [14]Queerberaten.de – Website
- [15]BMH – Website
- [16]HMS – Website
- [17]Berlin.de – Projektfoerderung
- [18]Qnn.de – Foerderung
- [19]Queeres Netzwerk – Foerdermoeglichkeiten
- [20]Gain Network – Gruenden
- [21]PrOut@Work – Website
