1. Strukturelle Hürden & Diskriminierung angehen
Viele GründerInnen mit Migrationshintergrund berichten von Diskriminierung bei Behörden, Banken und im Netzwerk. Laut dem „Migrant Founders Monitor 2025" bewerten nur 55 % der GründerInnen die gesellschaftliche Offenheit positiv [2].
Empfehlungen zum Umgang:
3. Finanzierung sichern
Eine stabile Finanzierung ist wichtig für deinen erfolgreichen Start. Es gibt für dich dieselben Fördermöglichkeiten wie für andere GründerInnen – und darüber hinaus:
Allgemeine Gründungsförderung über Arbeitsagentur / Jobcenter
- Beratung zu Existenzgründung, Fördermöglichkeiten und Aufenthaltserlaubnis direkt vor Ort. Auch das IQ-Netzwerk [5] unterstützt hier kostenfrei [9].
Bundesregierung und Bundesländer stellen GründerInnen zur Verfügung:
- Zinsverbilligte Förderkredite
- Bürgschaften
- Beteiligungskapital
- Nicht rückzahlbare Zuschüsse
Mikrokreditfonds Deutschland („Mein Mikrokredit")
- Speziell für GründerInnen ohne Bankkredit: Bis zu 25.000 € Darlehen möglich, vorrangig an Kleinstunternehmen, darunter viele migrantisch geführte Betriebe [11].
4. Möglichkeiten für weitere Unterstützung
| Schritt | Was du sofort tun kannst |
|---|---|
| 1. Dich motivieren | Benenne deine Stärken! |
| 2. Dich informieren | Existenzgründungsportal, IQ-Netzwerk, regionale Zentren nutzen |
| 3. Communities aufsuchen | Wirtschaftspaten, „Migrantinnen gründen", SWANS |
| 4. Zugeschnittene Fördermittel nutzen | ESF+, IQ-Programm, bga (für Frauen) |
| 5. Sichtbarkeit & Netzwerk ausbauen | Storytelling, Events, Kooperationen |
1. Dich motivieren
- Mach dir bewusst: Du bist Teil einer stark innovationsorientierten Gruppe – fast 20 % der GründerInnen in Deutschland haben eine Migrationsbiografie. Eure Gründungen sind besonders wachstumshungrig, innovativ und international ausgerichtet [2].
- Zugleich gibt es Herausforderungen: Finanzierungsbarrieren, fehlende Netzwerke und Bürokratie gehören zu den häufigsten Stolpersteinen.
- Laut dem „Migrant Founders Monitor 2025" sehen Migrant Founders ihre Stärken besonders häufig in ihrer Resilienz (57 % vs. 51 %) und der Risikobereitschaft (44 % vs. 36 %) – beides Kernkriterien für erfolgreiches Unternehmertum.
2. Dich informieren
- Such gezielt nach Beratungsstellen für MigrantInnen, beispielsweise über das Existenzgründungsportal oder das Portal „Wir gründen in Deutschland" des IQ-Netzwerks [12].
- Nutze regionale Angebote wie das Existenzgründerzentrum EGZ Leipzig oder Perspektive: Selbständigkeit (Brandenburg), die mehrsprachig unterstützen – bei Businessplan, Behördenkram und Workshops mit muttersprachlicher Begleitung.
3. Communities aufsuchen
- Vernetze dich mit anderen migrantischen GründerInnen – etwa über Programme wie „Wirtschaftspaten – Migranten werden Unternehmer", das kostenlose Seminare und bis zu 20 Coaching-Stunden bietet [13]
- Spezielle Mentoring-Initiativen wie „Migrantinnen gründen" bieten persönliche Begleitung, Workshops und Netzwerkbildung [14].
- Engagiere dich in Programmen wie der SWANS Initiative, die AkademikerInnen mit Migrationshintergrund und Women of Color unterstützt – durch Schulungen, Netzwerkevents und Vorbilderblogs [15].
4. Zugeschnittene Förderungen nutzen
- Nutze den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), der Projekte zur sozialen Integration und beruflichen Entwicklung – einschließlich Existenzgründungen – fördert [16].
- Zieh das IQ-Programm („Integration durch Qualifizierung") in Betracht, falls Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Fortbildung oder Qualifizierung relevant sind. Lass dich beim Programm Wir gründen in Deutschland [5] beraten.
- Spezifische Förderangebote für Frauen mit Migrationshintergrund bietet z. B. die Bundesweite Gründerinnenagentur [17].
5. Sichtbarkeit & Wachstum fördern
- Zeig Präsenz: Vernetze dich, teile deine Geschichte, nutze Medien und Events – gerade als migrantische GründerIn bist du Teil einer wichtigen Erfolgserzählung.
- Fördere dein Netzwerk kontinuierlich, suche Teilnahme an Gründer-Events und Kooperationen – und wachse über deine Community hinaus.
5. Anlaufstellen im Überblick
| Einrichtung / Programm | Leistung |
|---|---|
| IQ-Netzwerk / Fachstelle Migrantenökonomie [18] | Beratung, Business-Workbooks, Sprechstunden |
| Make it in Germany [4] | Mehrsprachige Infos zur Gründung und Anerkennung ausländischer Qualifikationen |
| Arbeitsagentur / Jobcenter [9] | Beratung zu Existenzgründung, rechtlicher Situation, Fördermitteln |
| Perspektive: Selbständigkeit [6] | Kostenfreie Erstgespräche, Vermittlung zu Beratungsstellen, Vernetzung |
| Mikrokreditfonds „Mein Mikrokredit" [11] | Zugang zu Mikrofinanzierungen bis 25.000 € |
| Lokale IHK [19] | Beratung für Fachkräfte aus dem Ausland |
| Migrantinnen gründen [14] | Mentoring, Workshops und Netzwerkbildung für Gründerinnen |
| SWANS Initiative [15] | Unterstützung für AkademikerInnen mit Migrationshintergrund |
Quellen
- [1]KfW – Migrant Gründungen
- [2]Startupverband – Migrant Founders Monitor
- [3]Wir-gruenden-in-deutschland.de – Website
- [4]Make it in Germany – Existenzgründung
- [5]Wir-gruenden-in-deutschland.de – Beratungsstellen Finder
- [6]Perspektive-selbststaendigkeit.de – Website
- [7]2Hearts – Website
- [8]Migrapreneur – Website
- [9]Bundesagentur für Arbeit – Existenzgründung
- [10]Integrationsbeauftragte – Selbstständige Perspektiven
- [11]BMWK – Mikrokreditfonds
- [12]Make it in Germany – Existenzgründung
- [13]Wirtschaftspaten.de – Von Der Idee Zum
- [14]Migrantinnen gründen – Projekt
- [15]Swans-initiative.de – Unsere Foerderung
- [16]Esf.de – Inhalt
- [17](bga) – Website
- [18]IQ-Netzwerk / Fachstelle Migrantenökonomie – Website
- [19]Lokale IHK – Business Welcome Service 2253160