Pflege und Selbstständigkeit flexibel vereinen
Rund 5 Millionen Menschen in Deutschland pflegen Angehörige zu Hause – oft zusätzlich zu Beruf oder Ausbildung (Statistisches Bundesamt). Die Doppelbelastung ist groß, gleichzeitig zeigt sich: Selbstständigkeit kann helfen, Pflege und Beruf besser zu verbinden. Es lassen sich Freiräume schaffen, die in einer klassischen Anstellung oft fehlen.
Selbstständigkeit kann für dich bedeuten:
- flexiblere Zeiteinteilung, um Pflegeaufgaben mit Arbeit zu kombinieren
- selbstbestimmte Prioritäten setzen
- Stressreduktion, weil keine starren Arbeitszeiten eingehalten werden müssen
die Vereinbarkeit mit deiner Pflegeverantwortung ist die größte Chance – und auch eine besondere Herausforderung.
1. Dir steht finanzielle Entlastungen zu
Wenn du deine Angehörigen pflegst, stehen dir je nach Situation und Pflegestufe verschiedene Unterstützungen zu:
- Leistungen nach dem Pflegezeitgesetz (PflegeZG) und Familienpflegezeitgesetz (FPfZG): ermöglichen Freistellung oder Reduzierung von Erwerbstätigkeit mit teilweisem Einkommensausgleich (Pflege.de).
- Steuerliche Vorteile: Pflegepauschbetrag und Absetzbarkeit von Aufwendungen für Pflegekosten (Familienportal).
- Pflegeunterstützungsgeld: Kurzfristige Lohnersatzleistung bei akuter Pflegesituation, um zu planen. (Pflegeberatung).
Außerdem bist du während deiner pflegenden Tätigkeit sozial abgesichert:
- Beiträge zur Rentenversicherung: werden übernommen, wenn du mindestens 10 Stunden/Woche Pflege leistest (Bundesgesundheitsministerium).
- Unfallversicherungsschutz: für dich über die Pflegekassen (Bundesgesundheitsministerium).
- Pflegegeld: kann flexibel genutzt werden, um eigene Entlastung oder Assistenz im Gründungsalltag zu finanzieren (Pflegekassen).
2. Nutze Beratung und Netzwerke
Unterstützung ist entscheidend, um Pflege und Selbstständigkeit in Einklang zu bringen:
- Pflegestützpunkte: individuelle Beratung zu Pflegeleistungen und Vereinbarkeit (Pflegestuetzpunkte Deutschland).
- \\Pflege.de:\\ Informationen rund um das Thema
- Weitere Beratungsangebote, unterstützt vom BMFSFJ
- IHK/HWK: Businessplan-Beratung, Stellungnahmen (IHK Gründungsberatung).
- AVGS-Coachings: geförderte Gründungsberatungen über die Bundesagentur für Arbeit.
Anlaufstellen – Übersicht
| Anlaufstelle | Angebot |
|---|---|
| Bundesagentur für Arbeit | Zugang zum Gründungszuschuss, Einstiegsgeld, AVGS-Coachings |
| Pflegestützpunkte | Beratung zu Pflegegeld, Pflegezeit, Vereinbarkeit, Zugang zu Fromularen und Unterstützung |
| BMFSFJ | Informationen zur Familienpflegezeit |
| \\BMG Bundesgesundheitsministerium\\ | Pflegeunterstützungsgeld, gesetzliche Rahmenbedingungen |
| \\IHK / HWK\\ | Businessplan-Beratung, fachkundige Stellungnahme |
| Pflege.de | Informationen rund um das Thema |
3. Die nächste Schritten für deinen Weg
| Schritt | Beschreibung |
|---|---|
| 1. Ausgangslage prüfen | Pflegeaufgaben, Anspruch auf Pflegegeld, ALG I/II oder andere Leistungen klären |
| 2. Fördermöglichkeiten checken | Pflegeunterstützungsgeld, Pflegezeitregelungen, Gründungsförderungen |
| 3. Businessplan erstellen | Konzept entwickeln, Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit berücksichtigen |
| 4. Stellungnahme sichern | Tragfähigkeit bestätigen lassen (IHK, HWK, ggf. Pflegestützpunkt einbeziehen) |
| 5. Anträge stellen & starten | Zuschüsse beantragen, Selbstständigkeit anmelden, Netzwerke nutzen |
1. Ausgangslage prüfen
- Informiere dich über dein aktuelles Pflegegeld bei deiner Pflegekasse.
- Prüfe, ob du Sozialleistungen kombinieren kannst (z. B. Pflegegeld + Gründungszuschuss).
2. Fördermöglichkeiten checken
- Nutze Pflegeunterstützungsgeld in akuten Situationen (BMG).
- Informiere dich über Pflegezeit/Familienpflegezeit beim BMFSFJ.
- Prüfe den Anspruch auf Gründungszuschuss über die Agentur für Arbeit.
3. Businessplan erstellen
- Entwickle ein Konzept, das deine Pflegesituation berücksichtigt (z. B. flexible Arbeitsmodelle).
- Hole dir Unterstützung bei der IHK oder HWK.
- Nutze ggf. AVGS-Coachings der Arbeitsagentur für kostenlose Beratung.
4. Fachkundige Stellungnahme sichern
- Lasse die Tragfähigkeit deines Vorhabens bestätigen durch IHK, HWK oder einen Gründungscoach.
- Tipp: Einbeziehung deiner Pflegeverantwortung im Businessplan erhöht die Glaubwürdigkeit und zeigt Planungskompetenz.
5. Anträge stellen & starten
- Beantrage Förderungen bei der Agentur für Arbeit und nutze gleichzeitig Pflegeleistungen über die Pflegestützpunkte.
- Vernetze dich mit Initiativen wie Pflegende Angehörige e. V. für Austausch und Unterstützung.
Quellen
- [1]Statistisches Bundesamt – PD24 478 224
- [2]Pflege.de – Familienpflegezeitgesetz
- [3]Familienportal – Wie Kann Man Die Pflege Von Angehoerigen Bei Der Steuer Absetzen 125218
- [4]Pflegeberatung – Pflegeunterstuetzungsgeld
- [5]Bundesgesundheitsministerium – Soziale Absicherung Fuer Pflegepersonen
- [6]Pflegekassen – Pflegegeld
- [7]Pflegestuetzpunkte Deutschland – Pflegestuetzpunkte
- [8]\\Pflege.de – Pflegekasse Pflegefinanzierung
- [9]Weitere Beratungsangebote – Beratungsangebote
- [10]IHK Gründungsberatung – Ihk.De
- [11]Bundesagentur für Arbeit – Aktivierungs Vermittlungsgutschein Avgs
- [12]Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsagentur.De
- [13]Pflegestützpunkte – Pflegestuetzpunkte-Deutschland.De
- [14]BMFSFJ – Bmfsfj.De
- [15]\\BMG – Bundesgesundheitsministerium.De
- [16]HWK – Hwk-Berlin.De
- [17]Agentur für Arbeit – Gruendung
- [18]HWK – Existenzgruendung Und Selbststaendigkeit 90,0,231
- [19]Pflegende Angehörige e. V. – Pflegendeangehoerige.Info